Lübeck hat gute Chancen beim „Kreativ-Piloten“-Wettbewerb. Kreatives Schaffen und unternehmerisches Denken gehören zusammen.

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“ Bunte Hunde“. Eine Ausstellung von Ingeborg Pieper im Kulturraum Lübeck. Preisverdächtig ?

Lübeck gehört nicht zu den Hotspots der Kreativbranche, jedenfalls nicht im allgemeinen und öffentlichen Bewußtsein. Das könnte sich ändern angesichts des von der Bundesregierung ausgelobten „Kreativ-Piloten“-Wettbewerbs. Die Macher vom Hamburger Büro der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung haben sich Lübeck ausgeguckt, nehmen Lübeck in ihren Focus.  Zu gewinnen ist ein Durchstartjahr mit Experten, Workshops und mit viel Publicity.

Kreative sind gefragt. Bestseller-Autorin Cornelia Funke im Grass-Haus Lübeck.
Kreative sind gefragt. Bestseller-Autorin Cornelia Funke im Grass-Haus Lübeck.

Bewerbungen sind noch bis Ende Juni 2015 möglich. Und für die Teilnahme braucht es im ersten Anlauf nicht allzu viel: Ein „Motivationsschreiben“, eine Ideenskizze und eine Beschreibung der Geschäftstätigkeit, ein kurzer Lebenslauf. Und wer mag kann einen 30-Sekunden-Handy-Clip produzieren.
Mehr Aufmerksamkeit, mehr Mitstreiter, mehr Wissen, um die eigenen Möglichkeiten oder mehr Raum, um die eigenen Ideen und Unternehmungen voranzutreiben werden möglich.
Milena Glimbovski und Sara Wolf sind Titelträger der letzten Jahre und haben den ersten, verpackungsfreien Supermarkt in Berlin eröffnet – der Name: Original Unverpackt. Sie sagen „Das Herzstück der Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten ist das, was im Jahr nach der Titelvergabe passiert. Man kann es schwer beschreiben, man muss es erleben. Man wird aufgenommen in die Gemeinschaft aller Titelträger, bekommt Energie, Anregungen und gewinnt überraschende Perspektiven auf die eigenen Ideen. Kultur- und Kreativpiloten ist viel mehr als eine Auszeichnung – es ist ein Erlebnis. Gemeinsam gestaltet von denen, die ausgezeichnet sind.
Jeder Gründer, Selbstständige und Freiberufler und jedes Unternehmen mit einer kreativen Geschäftsidee kann sich bewerben – egal, ob es sich um eine erst geborene Idee oder bereits laufende Tätigkeit handelt, man gerade erst gegründet hat oder schon lange am Markt ist und sich jetzt weiterentwickeln möchte.
Alles nähere gibt es bei http://www.kultur-kreativpiloten.de zu erfahren. Die kreativen Köpfe und Ideen-RealisiererInnen aus der Region Lübeck können vor Ort auch die Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. kontakten:  Organisationsberaterin Gudrun Neuper und Fernseh-Journalist Martin W. Behring möchten Kreative im Internet-Blog  www.luebschekreativwirtschaft.wordpress.com vorstellen und ein kurzes Video soll die Ideen und die Menschen dahinter lebendig werden lassen. Kontakt: http://www.luebschekreativwirtschaft.wordpress.com/impressum und  auch hier:

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„Erlebe mehr als eine Auszeichnung!“ Wer wird Kreativ-Pilot aus Schleswig-Holstein?

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Nadine Mayer vom Regionalbüro Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes schreibt uns: Die Bundesregierung sucht die 32 Titelträger der Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten Deutschland. Kreative Gründer, Selbstständige und Freiberufler aus allen Bundesländern können sich bis zum 30. Juni bewerben. Wer wird Kreativpilot aus Schleswig-Holstein? „Erlebe mehr als eine Auszeichnung.“ Nach diesem Motto werden in diesem Jahr Menschen gesucht, die für ihre Ideen brennen. Mit dem ‚Mehr‘ ist das gemeint, was die 32 Titelträger erwartet, die von der Bundesregierung als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland ausgezeichnet werden: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Mitstreiter, mehr Wissen, um die eigenen Möglichkeiten oder mehr Raum, um die eigenen Ideen und Unternehmungen voranzutreiben. Milena Glimbovski und Sara Wolf sind Titelträger der letzten Jahre und haben den ersten, verpackungsfreien Supermarkt in Berlin eröffnet – der Name: Original Unverpackt. Sie sagen „Das Herzstück der Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten ist das, was im Jahr nach der Titelvergabe passiert. Man kann es schwer beschreiben, man muss es erleben. Man wird aufgenommen in die Gemeinschaft aller Titelträger, bekommt Energie, Anregungen und gewinnt überraschende Perspektiven auf die eigenen Ideen. Kultur- und Kreativpiloten ist viel mehr als eine Auszeichnung – es ist ein Erlebnis. Gemeinsam gestaltet von denen, die ausgezeichnet sind.“ Jeder Gründer, Selbstständige und Freiberufler und jedes Unternehmen mit einer kreativen Geschäftsidee kann sich bewerben – egal, ob es sich um eine erst geborene Idee oder bereits laufende Tätigkeit handelt, man gerade erst gegründet hat oder schon lange am Markt ist und sich jetzt weiterentwickeln möchte. Bewerben kann man sich unter http://www.kultur-kreativpiloten.de.

„I have 422 friends and I am lonely.“

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39,5 Millionen Abrufe bis heute für „Look Up“(*), ein Video-Clip über die Generation „Kopf unten“.  Autor und Filmemacher Gary Turk  beschreibt und bebildert eine weltabgewandte Haltung, die mental und körperlich eine neue Generation von „Digital Natives“ erkennen lässt: Die Smartphone-Autisten.  

Kreativ.Wirtschaft.Lübeck! hat nachgefragt bei Jay Smartmatt. Für ihn ist das Video von Gary Turk ein „Meilenstein in der Selbstkritik der Netcommunity“  und es amüsiert ihn, daß einige „Digital Natives“ diese Kritik verdrängen wollen. Smartmatt arbeitet als Mediengestalter, Kameramann, Produzent für TV- und Image-Film. Das Smartphone ist für ihn ständiger Begleiter und Schaltzentrale geschäftlicher Aktivitäten. 

? Herr Smartmatt, womit verbringen Sie mehr Zeit: Im Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder an Ihrem Smartphone ?

Nach wie vor würde ich sagen, von Angesicht zu Angesicht. Aber natürlich ist das Smartphone allgegenwärtig als Ablenkungsfaktor immer in der Tasche griffbereit. Interessant ist, dass man sich aufmerksam selbst beobachten kann, wenn der Reflex einsetzt, z.B. in dem Moment wo der Gesprächspartner sich gerade abwendet und die Aufmerksamkeit nachlässt: Dann wandert die Hand wie ferngesteuert zum mobilen Wegbegleiter ohne, das ein Plan besteht, bestimmte Informationen abzurufen. Meist zappt man dann zwischen News, Wetterbericht oder Staumeldungen hin und her, läßt sich inspirieren und teilt dann Informationen sofort mit dem Gesprächspartner, wenn er wieder da ist.

? Herr Smartmatt, mal ganz einfach gefragt, was will uns das Video von Gary Turk kommunizieren ?

Mr. Turk hat, wie ich finde, einen wirklich großartigen Ansatz gefunden. Nämlich uns visuell unmittelbar vor Augen zu führen, was passieren kann, wenn ich mich der Umwelt verschließe durch die Fixierung auf meinen Smartphone-Wegbegleiter. Es hat schon etwas autistisches, wenn die Menschen morgens im Bus und in der Bahn auf ihr Telefon starren, lesen, Spiele spielen, Musik hören oder, auch das geht ja noch, telefonieren. Die Wirklichkeit um uns herum wird nicht mehr mit der nötigen Aufmerksamkeit bedacht, was in bestimmten Fällen auch zur Gefahr werden kann. Im Elbtunnel überholte ich neulich ein Fahrzeug, in dem ein Mann saß mit einem iPad auf dem Lenkrad, auf dem etwas eingetippt wurde und gleichzeitig ein Telefon am Ohr in das er sprach. Die Aufmerksamkeit für den Verkehr war vermutlich um über 50% reduziert. Auch wenn das gravierende Einzelfälle sein mögen, so zeigt sich doch grundsätzlich, dass wir in eine starke Abhängigkeit geraten sind von dieser technischen Revolution und die Industrie alles daran setzt, uns weiter in dieser Abhängigkeit zu halten, indem wir mit immer neuen Gadgets überschwemmt werden. Virtuelle Freunde werden dabei vermeintlich wichtiger als reale Bezugspersonen im unmittelbaren Umfeld.
Heute kein „Like“ bei Facebook bedeutet dann „keiner mag mich“. Dabei dienen diese Wertungstasten nur der Marktforschung der großen Konzerne wie Google und Facebook, um mehr über uns zu erfahren. Die individuelle Wertschätzung einer Person, die in einem direkten Gespräch zum Ausdruck kommen kann, ist dadurch in keiner Weise zu ersetzen.

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? Herr Smartmatt, Sie sind ein Bunter Hundin einer Szene, die dies Video kontrovers diskutiert. Ihnen, Herr Smartmatt, gelingt es immer wieder,  alles zum Konsens zusammenzubinden. Also, die Frage: Wo könnte der kleinste gemeinsame Nenner in der Kontroverse liegen ?

Ich denke, es wäre falsch sich, der technischen Revolution vollkommen zu verschließen. Man sollte vielmehr aufmerksam beobachten, was da genau vonstatten geht und auch selber die Möglichkeiten nutzen in dem Rahmen, der einem vernünftig erscheint. Wenn man sich dann selber ertappt bei einer übermäßigen oder gar unvernünftigen Nutzung, kann durchaus ein auch humorvoller Kontrollprozess angestoßen werden, der einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Ich halte das Video von Gary Turk für einen ganz wesentlichen Meilenstein in der Selbstkritik der Netcommunity und es amüsiert mich geradezu, daß bestimmte Menschen, diese Kritik wieder verdrängen wollen. Offenbar sind sie schon so eingewickelt von der technischen Mobilrevolution, dass die Fähigkeit zur Selbstreflexion zumindest eingeschränkt ist. Matthias Döpfner aus dem Vorstand der Axel Springer AG hat neulich in einem offenen Brief die Angst vor Google thematisiert und die Angst vor einem neuen nicht zu kontrollierenden Supra-Staat. Ich halte diese Angst für absolut berechtigt und denke, wir sollten sehr frühzeitig auch mit den Mitteln der modernen Kommunikation gegensteuern und unsere Freiheit und auch unsere Hoheit über persönliche Daten verteidigen. Dazu müssen wir die Systeme kennen und verstehen und das wiederum heißt, das unser Smartphone uns sicherlich noch sehr lange weiter begleiten wird.

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? Finden Sie dieses Interview auf Kreativ.Wirtschaft. Lübeck. eigentlich richtig plaziert? Was können die Kreativen in Lübeck aus dem Video von Gary Turk ziehen ?

Ich betrachte das Video von Gary Turk für Ihre Seite als eine Bereicherung und jede Form der Multiplikation ist hilfreich. Wenn dieses Video den Kommunikationsprozeß der Macher von Kreativ.Wirtschaft. Lübeck! schon jetzt beeinflusst hat, ist es in jedem Fall eine gute Sache und kann uns weiter tragen bei der selbstkritischen Nutzung von neuen Kommunikations-Techniken.

 

(*) http://www.youtube.com/watch?v=Z7dLU6fk9QY&sns=em

Länge: 04:58

Video veröffentlicht am 25.04.2014 und auf Youtube betitelt mit:
‚Look Up‘ – A spoken word film for an online generation.  

“ ‚Look Up‘ is a lesson taught to us through a love story, in a world where we continue to find ways to make it easier for us to connect with one another, but always results in us spending more time alone.“

Written, Performed & Directed by Gary Turk.

 

Die Photos entstanden im Atelier des Bildhauers Winni Schaak, Lübeck-Schlutup.

Photo Copyright 2014 / Alle Rechte vorbehalten.  Martin W. Behring/SPECTRUM media.

Impulskonferenz Kultur- und KreativWirtschaft Schleswig-Holstein

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Norman Schulz  vom Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes, schreibt uns:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kultur- und KreativunternehmerInnen,

vier Jahre nach Aufnahme der regionalen Aktivitäten des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in Schleswig-Holstein laden wir VertreterInnen aus Politik und Verwaltung, Multiplikatoren und Akteure ein, sich ein Bild über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein zu machen. Um miteinander ins Gespräch zu kommen, sind Sie daher herzlich willkommen zur

„Impulskonferenz Kultur- und Kreativwirtschaft Schleswig-Holstein“

am 22. Mai 2014 (11.30 bis ca. 16.30 Uhr) in Kiel (W8 Kultschmiede, Werftbahnstraße 8)

Nach zwei Impulsvorträgen zur Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft von Sönke Busch (Autor) und Christoph Backes (Bremer u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln) wird Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter anderem mit Nico Sönnichsen (Dezernat für Jugend, Bildung und Kreative Stadt der Landeshauptstadt Kiel), Bernard Teske (Kieler Kreativstammtisch), Tanja Zeising (Neonrausch) und Tamay Zieske (kreativzentrum.saar) über Chancen und Zukunftsperspektiven der Branche in Schleswig-Holstein diskutieren.

Details zum Programm entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsflyer. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist bitte ich um Anmeldung über unser Anmeldeformular oder per Email an anmeldung@rkw-kreativ.de.

Mit freundlichen Grüßen,

Norman Schulz


Die nächsten Sprechtage des Regionalbüros in Schleswig-Holstein

13.05. MELDORF
14.05. FLENSBURG
21.05. KIEL
28.05. LÜBECK

Zur Terminvereinbarung genügt eine Mail an schulz@rkw-kreativ.de

Norman Schulz
Regionaler Ansprechpartner Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein
Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes

c/o RKW Nord GmbH
Lerchenstraße 28
22767 Hamburg
Mobil: 0151 26 46 72 83
Email: schulz@rkw-kreativ.de
Internet: http://www.rkw-kompetenzzentrum.de/kreativ

Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V.
Sitz des RKW e. V.: Eschborn Amtsgericht: Frankfurt am Main VR 4170
Geschäftsführer: W. Axel Zehrfeld
Vorstand: Dr. Peter M. Rudhart (Vorsitzender), Reinhard Dombre und Detlef Hanke (Stellvertreter)

Die Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung online:
http://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Kranken- und Rentenversicherung für freischaffende Kreative in Gefahr ?

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Die Künstlersozialkasse (KSK) ist für viele Kreative überlebenswichtig. Diese Pflichtversicherung mit Sonderstatus ermöglicht bereits mit einem Monatsbeitrag von unter  € 90.-  die komplette Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung in Abhängigkeit vom individuellen Einkommen, ähnlich der Sozialversicherung für  Arbeitnehmer. Die Süddeutsche Zeitung will nun in Erfahrung gebracht haben: Arbeitsministerin Andrea Nahles warne vor einem weiteren Anstieg der Unternehmensabgabe – gemeint sind Verlage, private Rundfunk- und Fernsehanbieter, Theater, Filmproduktionen u.ä. – , da dies die Akzeptanz weiter gefährde: „Viele Firmen drücken sich (…) , so daß die ehrlichen Arbeitgeber zuletzt immer mehr zahlen mussten“, so „Die Süddeutsche“.  Das Rezept des Arbeitsministeriums: Verstärkte  Kontrollen.

Nicht in Frage stellen will das SPD-Ministerium augenscheinlich die ungleiche Verteilung der Lasten im Vergleich zum Arbeitsmarkt der abhängig Beschäftigten: Auch wenn die KSK-Abgabepflicht der Unternehmer von zuletzt 5,2 Prozent von allen umfassend erfüllt würde,  wären das nur 30 Prozent vom Budget der Künstersozialversicherung. 20 Prozent kommen vom Bund bzw. dem Steuerzahler, 50% von den versicherten Kreativen und Kulturschaffenden. Das macht die Arbeit von Freiberuflern für Verlage und Fersehsender billiger im Vergleich zu Festangestellten,  die gleiche Arbeit erledigen. Und es liegt die Frage nahe: Handelt es sich möglicherweise bei diesen 20%  Bundeszuschuss um eine unerlaubte Subvention für die Unternehmer mit Blick auf die Regularien der EU-Kommission? Und was wenn die EU dies anmahnen würde ? Gerät dann möglicherweise die KSK als europaweit beispielsetzende Einrichtung in Gefahr ? Oder sollen die Unternehmer genau so viel wie die Freiberufler zahlen und sich ihrer Zahl-Pflicht angesichts mehr oder weniger starken Kontrolldruckes nicht nach Gutsherrenart entziehen können ?

Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. wird diesen Fragen nachgehen.

http://www.kuenstlersozialkasse.de/

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kuenstlersozialkasse-nahles-will-ksk-mit-schaerferen-kontrollen-retten-1.1931910

Macht die UNESCO den dänischen Hotdog zum kulturellen Welterbe ? Und was ist mit dem IKEA – Hotdog und seiner die Nationen verbindenden Funktion ?

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„Für eine Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe der UNESCO kommen Objekte in Frage, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind. Dies ist ganz klar bei unserem dänischen Hotdog der Fall“, sagt Lennart Hansen, Vorsitzender der Vereinigung dänischer Hotdog-Imbissbetreiber.

„Das Besondere daran ist die rote Wurst, die optimale Mixtur aus Gurkenscheiben, gerösteten Zwiebeln, Ketchup, Remoulade und Senf. Und: Wir haben die klassische Variante weiterentwickelt und bieten auch exquisite Bio-Hotdogs an.“ Der Hotdog habe eine besondere kulturelle Bedeutung für Deutsche und Dänen. „Natürlich hat die dänische Küche mehr zu bieten als Hotdogs“, sagt Mads Schreiner, Marketingleiter bei VisitDenmark, Dänemarks offizieller Tourismuszentrale. „Für deutsche Urlauber ist der Hotdog jedoch der Inbegriff dänischer Kultur. Jedes Jahr genießen Millionen Deutsche an der dänischen Nordsee und Ostsee unsere charakteristischen Hotdogs. Sie schätzen die Geselligkeit beim Essen, das Genießen unter freiem Himmel, das Unmittelbare und die damit verbundene Gelassenheit – alles Attribute dänischer Lebensweise.“

Das UNESCO-Abkommen zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes gibt es seit 2006. Es umfasst Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die als Bestandteil des gemeinsamen Kulturerbes angesehen werden. In Deutschland versuchen derzeit unter anderem die deutschen Brauer, das Reinheitsgebot für Bier in diese Liste aufnehmen zu lassen.

Soweit eine aktuelle Pressemitteilung von  Pia de Grahl, Presse & PR VisitDenmark-Büro in Hamburg.

Nun befällt den Autor  beim Anblick des dänischen Wurstproduktes mit seiner knalligen Rotfärbung eine irgendwie Alarm auslösende  Irritation. Die blasse schwedische IKEA-Variante dagegen verlockt ihn am Rande deutscher Autobahnen immer wieder zu einem kurzen Stopp: Für 1 Euro 50 Cent bekommt der Imbiss-Besucher  ein Mini-Komplett-Menü incl. Getränk mit unendlicher Nachfüllmöglichkeit: An der Theke greift der IKEA-Kunde eine warme Wurst in einem weichen, länglichen, durch ein wenig Papier umhülltes Weißmehl-Produkt, das dann selbst zu komplettieren ist.

IKEA – Pressesprecher Kai Hartmann:  „Der Hotdog ist für viele Kunden der krönende Abschluss am Ende des IKEA Einkaufs.“  Für den Autor ist es meistens das einzige IKEA-Highlight.  Manchmal geht es mit der sensiblen Wurst-Zwiebel-Gurken-Ketchup-Mayo-Remouladen-Kreation in der Mini-Tüte in der einen Hand, dem Cola-Papp-Becher in der anderen und mit der Family-Card  in der Gesäßtasche in die jeweilige Fundgrube zur zweiten Phase der Schnäppchen-Aktion ( … )  Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu IKEA-Pressemann Kai Hartmann:   „IKEA bietet auch beim Hotdog gute Qualität zum niedrigen Preis an. Zudem lässt sich typisch IKEA der Hotdog selbst „zusammenbauen“ (Ketchup, Mayonnaise, Gurken, Zwiebeln nach Wunsch)“.  Das IKEA-Prinzip in seiner Übertragung auf die kulinarische Dimension, – ist das nicht eine einzigartige, authentische Qualität und eine die internationale Kulturlandschaft integrierende Aktion ?

Karin Reuchlen, Chefin von IKEA Lübeck.
Karin Reuchlen, Chefin von IKEA Lübeck.

„Das UNESCO-Abkommen zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes umfasst Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die als Bestandteil des gemeinsamen Kulturerbes angesehen werden“, erinnern uns die Dänen in ihrer Pressemitteilung zum 1. April. Ob IKEA jetzt auch einen Antrag bei der UNESCO stellt ? Wo doch alleine in Deutschland in jedem  Jahr 16 Millionen IKEA – Hotdogs  „zusammengebaut“ werden !?

Als mutmaßlicher DDR-Zwangsarbeits-Profiteur in die Schlagzeilen geraten(*) gibt sich IKEA zunehmend politisch korrekt : „Es gibt auch einen Hotdog mit Geflügelwurst, auch hier in Deutschland“, sagt Kai Hartmann mit Blick auf die kulturell-kulinarische Vielfalt und Toleranz. Also noch ein Gesichtspunkt für die UNESCO-Anerkennung. Und, entgegen der Erfahrung des Autors bei einem Imbiss in der IKEA-Zentrale in Älmhult, sagt der Pressesprecher: „Mir ist nicht bekannt, dass es in Schweden ( bei IKEA ) grundsätzlich keine Zwiebeln gäbe.“ Wenn die kulinarische Defizit-Erfahrung des Autors nur ein Einzelfall wäre, stünde der UNESCO-Anerkennung des IKEA – Hotdogs als gemeinsames kulturelles Welterbe wohl kaum etwas im Wege.

( Martin W. Behring / SPECTRUM cross media )

 

Der Link für den „richtigen“ dänischen Hotdog:

http://www.visitdenmark.de/de/daenemark/gastronomie/hotdog-aber-richtig .

Das Hotdog-Angebot bei IKEA:

http://www.ikea.com/de/de/store/essen/essen_restaurant‎ .

(*) Political Correctness bei IKEA: div. Links z.B. bei der Suchabfrage „IKEA und Zwangsarbeit“.

 

Alle Links sind allein in der Verantwortung der Betreiber. Aus der Umsetzung von kulinarischen Rezepten und von Empfehlungen kann gegenüber Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. und dem presserechtlich Verantwortlichen kein Haftungsanspruch geltend gemacht werden. Die Redaktionsmitglieder  von Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. haben aus der Listung von Links keine Vorteile und werden auch keine annehmen.

krautreporter.de : Crowdfunding für journalistische Kreativ-Projekte. Zum Beispiel: Medikamente auf den Müll ?

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Neues anzuschieben bringt oft nicht das, was zu erwarten wäre, eröffnet aber manchmal unerwartete neue Perspektiven. Zum Beispiel: Wir sind auf Referentensuche zum Thema Crowdfunding. Das Portal krautreporter.de ist so ein neues Finanzierungsinstrument. Der freie Journalist Stefan Esser sein Initiator und Geschäftsführer. Wir wollen ihn für einen workshop gewinnen, rufen an, bieten ein übliches Honorar, winken mit etablierten Kooperationspartnern und auch der Verankerung und Vernetzung in der Journalisten-, Kultur- und Selbstständigen-Szene. Er sagt: „Ich mache krautreporter.de nur nebenbei, versuche mich zu konzentrieren auf meine freie Journalistentätigkeit.“ Esser läßt den Anrufer jedoch nicht ganz unverrichteter Dinge gehen: Tips für weitere Kontakte bei der Suche nach qualifizierten Referenten hat er zuletzt doch noch. Und für die Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. -Leserinnen und -Leser ergibt sich die Link-Empfehlung zu einem neuen noch nicht ausfinanzierten, spannenden Projekt: https://krautreporter.de/de/medikamente_auf_dem_muell? ist ein Recherche-Vorhaben von Alexandra Grossman und Helge Denker, freien Journalisten aus Berlin, u.a. für dpa, Süddeutsche Zeitung, Spiegel und Zeit Online. Es geht bei der Recherche – benötigt werden € 3.800.- zur Realisierung der Story – um gebrauchsfähige Medikamente, die – so die Autoren – ganz legal auf dem Müll landen. Und es gehe um Apotheken, die die nicht verbrauchten Arzneien entweder nur unwillig zurücknehmen oder ein zweites Mal abkassieren, indem das Altmedikament wieder verkauft wird. Vielleicht recherchiert das Autoren-Duo ja auch in Lübeck, wenn Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. -User als Mikro-Finanzierer des Projekts sich dies wünschen. €10.- sind der Mindesteinsatz. Versprochen wird den Geldgebern dafür die namentliche Nennung als Unterstützer des crowdfunding-Projekts. Mehr €-Einsatz ist möglich, dafür gibt es dann einen ganzen Katalog von Gegenleistungen. Wir bemühen uns für die Kreativ.Wirtschaft.Lübeck. – User um ein Interview mit den beiden Journalisten. Und vielleicht kommt das Autoren-Duo ja auch nach Lübeck, um über die Erfahrungen beim Geldauftreiben zu referieren. Wir werden anfragen. Letzter Stand der Dinge: 2.875 € sind bei krautreporter.de von 23 Unterstützern für die Recherche medikamente_auf_ dem_ muell gutgebucht.

Letzte Nachricht (2.April 2014): Es hat nicht ganz geklappt. Knapp € 3.000.- gingen ein: Ein respektables Ergebnis. Läßt sich daraus etwas lernen? Wir werden fragen. Mehr in Kürze hier.